Fehlersuche Tachoausfall

Altbekannt und immer wieder leidig sind nicht funktionierende Tachos, wobei es einen bunten Mix aus zeitweisen Ausfällen und dauerhaft defekt gibt.

 


 Eine intakte Sicherung vorausgesetzt gibt es überwiegend 3 Gründe für Tachoausfälle:

  1. Kalte Lötstellen im Kombiinstrument.
  2. Ein gebrochenes Zahnrad im Tachoantrieb.
  3. Einen defekten oder falsch sitzenden Tachogeber bzw. Probleme mit der Verkabelung.

Mit etwas Systematik lässt sich das Problem recht schnell eingrenzen.

Sofern am Kombiinstrument noch einzelne vom Geschwindigkeitssignal abhängige Funktionen funktionieren, also bei Fahrzeugen mit Infocenter der Durchschnitts- & Momentanverbrauch bzw. die Berechnung der Restreichweite, ist der Fehler im KI zu suchen. Die meisten Probleme mit dem Tacho resultieren aus kalten/gerissenen Lötstellen, was sich durch Ausbau des Kombiinstrumentes (KI) und nachlöten der Platinen beheben lässt. Insbesondere bei kalter Witterung fallen daher einzelne Funktionen aus.
Leider brechen auch immer häufiger Nasen vom Zahnrad des Tachoantriebs ab. Eine ausführliche Anleitung zum Austausch des Bauteils gibt es im 480Board.

Wenn von den geschwindigkeitsabhängigen Funktionen gar nix mehr funktioniert bzw. bei Fahrzeugen ohne Infocenter (analoge Kühlwasser- & Benzinstandsanzeige '93 und '94) ist folgende Reihenfolge sinnvoll:

  1. Den Tachogeber durchmessen:
    1. Luftfilterkasten ausbauen
    2. Den darunterliegenden Stecker vom Tachogeber lösen (Kabel kommt zusammen mit Pluskabel des Anlassers und dem grau-weißen Kabel für den Magnetschalter in der schwarzen Platikummantelung vom Getriebe hoch) und den Widerstand vom Geber messen, welcher zwischen 1,5 und 3Ohm liegen sollte. Hat dieser keinen Durchgang ist der Geber oder dessen Zuleitung defekt.
      Manchmal liegt der Stecker auch etwas weiter vorne unter dem Batterieblech.
  2. Die Kabel auf Seite des Kabelbaums und Tachogebers auf Korrosion prüfen, da diese oft hinter dem Stecker korrodieren.
  3. Sofern vorhanden einen anderen Tachogeber anschließen, den Geber bei laufendem Motor an das Lüfterrad der Lichtmaschine (LiMa) halten und schauen ob der Tacho ausschlägt => im Leerlauf ca. 180 - 200km/h. Ist dies der Fall, so ist der verbaute Geber auf richtigen Sitz zu prüfen.
  4. Den eigentlichen Geber wieder anschließen, KI ausbauen und, je nach Ausführung, am gelben oder grauen Stecker den Widerstand des Gebers messen. Bei der grauen Variante mit 60l Tank ist es Pin 6 und 12 - die beiden Kabel lassen sich aber generell recht einfach daran erkennen, dass sie wg. der Schirmung etwas dicker sind als alle anderen. Der Widerstand sollte weiterhin (+-) zwischen 1,5 und 3 Ohm liegen, andernfalls liegt ein Problem im Kabelbaum vor.
  5. Ist bis hierhin alles in Ordnung ist der Fehler im KI zu suchen (kalte Löstellen(n), gebrochenes Zahnrad).